Angekommen
27 February 2008 by schroed
So, da bin ich nun also auch angekommen. Obwohl noch nicht mal der erste Tag richtig angefangen hat, gibt es doch schon etwas zu erzählen. Es ist sehr warm, so um die 30° im Schatten, und die Luftfeuchtigkeit ist zum Glück noch erträglich. Die Zeitzone Balis ist nicht wie erwartet die von Indonesien, sondern die von Singapur. Keine Ahnung, ob das damit zusammenhängt, dass Bali ehemals niederländische und Singapur ehemals britische Kolonie war. Möglicherweise hängt das aber auch mit der Sommer- und Winterzeit zusammen.
Für die Einreise braucht man ein Visum, dessen Preis davon abhängt, wie viele Wochen man im Land bleibt. Keine gute Idee ist, aus Versehen sieben Tage in das Formular einzutragen, obwohl man acht da ist. Die Woche lassen sie sich schließlich gerne bezahlen, worauf man dann auch sehr charmant aufmerksam gemacht wird.
Die Kriminalität der einheimischen Bevölkerung ist verschwindend gering, weil die Menschen hier sehr gläubig sind und die Angst, als Hund wiedergeboren zu werden, einfach zu groß ist als dass man sich solchen Gelüsten hingeben will. Schaut man sich die Hunde hier einmal an, kann man das auch sehr gut nachvollziehen. Durch die Vermischung mit anderen Bevölkerungsgruppen hat sich dies aber wohl mittlerweile etwas geändert. Polizist kann hier jeder werden, man muss sich nur ein Auto kaufen und eine Konzession erwerben. Da es aber nicht viel zu tun gibt, hocken die dann gerne in Gruppen irgendwo zusammen und schauen in der Gegend herum. Wenn es ganz langweilig wird, dann versuchen sie Drogen an Touristen zu verkaufen, um sie anschließend verhaften zu können.
Naja, irgendwie bin ich dann doch gejetlagter (was für ein Wort!) als erwartet. In Singapur dachte ich noch, dass ich richtig müde bin. Nachdem ich nun jedoch knapp drei Stunden lang wach im Bett lag, hab ich mirs dann lieber auf dem Balkon gemütlich gemacht. Schätzungsweise werde ich dann mittags sehr müde sein, was aber nichts macht, weil erstmal Strand auf dem Programm steht und man da auch mal ein Nickerchen machen kann. Mir wurde gesagt, dass es dort so hübsche Hütten mit Bambusdächern gibt. Da bin ich ein großer Fan von, insbesondere deshalb, weil man dann keine Angst haben braucht, dass man als Tomate aufwacht.
Wie an anderer Stelle angesprochen, ist Christian ja schon eine Woche früher nach Bali aufgebrochen. Julia, eine Freundin von ihm, hatte sich angeschlossen, als sie hörte, dass es auf unserer Tour auch nach Bali geht, wo sie schon zweimal Urlaub gemacht hat. Die beiden haben mich vom Flughafen abgeholt. Damit man sich auch nicht verfehlt, hielten sie ein Schild mit der Aufschrift „Mr. Schroed” hoch. Fand ich sehr gelungen, genau wie das Hotelzimmer, das für – sagen wir mal – ein Fünftel vom Preis, wie er in Deutschland üblich ist, ungefähr doppelt so viel Komfort bietet. Auf der Fahrt vom Flughafen wurden wir dann von Motorrädern überholt, auf denen bis zu drei Leute, meist ohne Helm, Platz fanden.
Ein wissenschaftlich erforschter Indikator für Lebenshaltungskosten ist ja bekanntlich der Preis gewisser Produkte bei Mc Donalds. Natürlich habe ich das direkt mal getestet, wobei das auch das letzte Mal Fast Food hier gewesen sein soll, schließlich wimmelt es nur so von tollen Restaurants mit leckeren und gesunden Sachen. Jedenfalls haben drei Menüs umgerechnet knapp sechs Euro gekostet, was im Vergleich zu Menüs aus einheimischer Küche aber sogar noch viel ist. Zehn Päckchen Ketchup und scharfe Sauce sowie ein nettes Lächeln gab es kostenlos dazu. Außerdem gab es auch Asia-Suppen und der Werbung nach zu Urteilen steht Hähnchen mehr als doppelt so viel als die klassischen Produkte auf dem Programm. Vor dem Gebäude gab es auch einen Gebetstempel für die Angestellten. Vergleicht man die Preise mit denen aus einem knapp ein Jahr alten Lonely Planet für Bali, ist aber schon ungefähr eine 20-prozentige Preissteigerung feststellbar.
Nächste Woche geht es für Julia zurück nach Deutschland und für uns weiter nach Melbourne. Mal schauen, was wir bis dahin noch so erleben. Apropos Melbourne. Eigentlich bin ich ja jemand, der – wie wohl die meisten Menschen – gerne auf Zugfahrten oder Flügen seine Ruhe hat. Abgesehen von Menschen, die den ganzen Zug mit tollen Sprüchen wie „ist nur ne Kleinigkeit, ein paar Milliönchen (vor allem in der zweiten Klasse)” zusammen brüllen, sind mein persönlicher Favorit alte Damen, die einen – obwohl man Kopfhörer im Ohr hat, sich schlafend stellt und / oder generell einfach nicht antwortet – permanent zutexten oder auf das Display des Nachbars Laptop glotzen und merkwürdig rüber rutschen, wenn man versucht, dass Gerät so zu drehen, dass sie keinen Blick mehr auf die eMails haben. Toll ist auch, wenn sie einem ein weiches Duplo in die Hand drücken, weil man mit dem Gepäck behilflich war – 15 Minuten, bevor der Zug im Zielbahnhof einfährt. Aber es gibt halt auch andere Situationen.
Auf dem Flug von Singapur nach Bali saß ich neben einem sehr netten australischen Pärchen, die beide schätzungsweise Ende 30 waren. Nach einem freundlichen „Hi” meinerseits kam direkt „Hey mate, how are ya?” zurück. Ein typisches Indiz dafür, dass es sich um Menschen aus Ozeanien handelt. Wir haben den kompletten Flug geredet, gelacht und uns generell einfach super verstanden (angemessen leise versteht sich). Die beiden haben uns zahlreiche Tipps für den Aufenthalt in Melbourne gegeben. Besonders habe ich mich über einen detaillierten Plan gefreut, wie wir das wohl schönste Stück der Great Ocean Road in zwei Tagen von Melbourne aus abklappern können.
Sie gaben zahlreiche Tipps, was man auf jeden Fall sehen sollte und was man sich sparen kann. Ich bin sehr froh darüber, weil man natürlich auch die 1000 km von Melbourne nach Sydney komplett abfahren kann. Das hätte dann aber mehr Zeit als gewollt in Anspruch genommen und teilweise kann das ja dann doch schon langweilig werden, so eine lange Strecke nur Straße, links Wüste und rechts Wasser zu sehen. Die beiden haben schon öfters diese Tour gemacht, einfach so, zum Beispiel an einem schönen Wochenende oder um ein neues Auto Probe zu fahren. Zusätzlich haben wir noch zahlreiche Tipps bekommen, wo es sich in Melbourne gut aushalten lässt. Man kann gespannt sein. Keine Ahnung, wie wir das in so kurzer Zeit geschafft haben, aber wir haben festgestellt, dass wir viele Ansichten über Europa, Ozeanien und Amerika teilen. Darüber zu berichten würde nun aber den Rahmen sprengen…
Christian und Julia haben bereits über 300 Fotos gemacht und sich einiges mit Papier und Bleistift notiert. Visuelle Eindrücke gibt es dann demnächst. Bis bald.
Also alles beeindruckend! Aber wie kannst du bitte – bei der superleckren Küche – erstmal zu Mc Donalds latschen?! Das geht echt gar nicht!!!
Dann erhol dich mal von deinem Jetlag und genieße den Tag am Meer! Würde ich auch gerne machen – kommt vielleicht noch mal in diesem Leben!
LG, deine Julschen
Yeah!
Das hört sich nach nem sehr gelungenen Start an, geilomat – auf eure Fotos freu ich mich jetzt schon, grüß auch mal den Christian – obwohl der den Blog ja vermutlich auch lesen und schreiben wird…
hauste,
Jannis
yes, me like it! chave fun!!
fein fein ! klingt doch so wie es sein soll. das mit den penetranten sitznachbarn im flieger kann ich bestätigen-hatte letztens auch so eine neun stunden neben mir sitzen. ist denen mal komplett egal wenn man am pennen ist, gibt es doch so wichtige dinge zu erzählen…gruß in die weite welt
geilo alter, bali… haste dir verdient…
3 leute auf einem motorrad? das ist noch nix, da werdet ihr noch ganze familien inklusive hund und 2-3 kästen cola sehen 🙂
klingt super alles, wünsch euch ganz doll viel spaß (und gegen jetlag hab ich dir ja was mitgegeben, ne matool!?)
🙂 lg