Nach zwei Jahren wieder nach Auckland zu kommen, fühlt sich schon irgendwie merkwürdig an. Es hat so ein bisschen was von “nach Hause kommen”. Das Wetter ist prima, auch wenn wir hier mittlerweile Herbst haben. Und die Leute sind sehr ausgelassen. Vieles ist gleich geblieben, einiges hat sich aber auch verändert. So sind zum Beispiel viele Gebäude, die ich nur als Baustellen mit Kränen kannte, fertiggesellt worden und verleihen Auckland ein leicht verändertes Erscheinungsbild.
Jetzt, wo man nochmal den direkten Vergleich zu Australien hatte, muss ich doch feststellen, dass der Neuseeländer an sich schon noch etwas alternativer, fröhlicher und netter ist – einfach laid back. Das heisst nicht, dass ich Sydney nicht mag. Ich war mir schon vor zwei Jahren sicher, dass es sich dort sehr gut aushalten lässt. Wahrscheinlich gibt es nur wenige bessere Plätze in Bezug auf Arbeiten und Leben. Lebensqualitätsmäßig, in Kombination gesehen.
Aber mal ernsthaft: Die Strände in Australien sind nett, besser als alles, was man in Europa zu sehen bekommt, trotzdem nichts im Vergleich zu Neuseeland. Gleiches gilt für das Flair und generell für die Natur. Christian war – ohne dass ich ihn nach seiner objektiven Meinung gefragt hätte – direkt der gleichen Ansicht. Ok, es gibt sicherlich auch noch schönere Strände in Australien als die, die wir gesehen haben. Allerdings könnte man ja meinen, dass beispielsweise die Strände der Great Ocean Road dann doch auch schon “schön” sind, im australischem Verständnis. Sind sie ja auch. In Neuseeland muss man allerdings gar nicht erst nach Traumstränden suchen. Sie sind einfach da.
In Australien herrscht ein hoher Grad an Patriotismus, zum einen auf Mikroebene (zum Beispiel Melbourne versus Sydney), aber auch auf Makroebene (insbesondere Australien versus Neuseeland). Eine typische Ausprägung sieht so aus: “Sydney sucks, Melbourne rocks” “Why?” “Sydney just sucks” “Ever been there?” “No”… Gleiches gibt es dann auch in Bezug auf Neuseeland. Eigentlich schade. Würde es nicht Sinn machen, dass ganz Ozeanien zusammenhält und die verschiedenen Vorteile in den Vordergrund treten anstatt auf den jeweiligen Nachteilen, die es teilweise so gar nicht gibt und letztlich nur auf Vorurteilen beruhen, rumzureiten?
Naja… Jedenfalls hatten wir einen fantastischen Einstieg hier in Neuseeland. Als erstes habe ich Christian ein bisschen die Stadt gezeigt. Es ist ungefähr so wie in Köln: Hässliche Innenstadt, prima Flair. Nur dass Auckland nicht so häßlich ist wie Köln und das Meer dann doch schon was netter ist als der Rhein. Am zweiten Tag trafen wir uns mit Allan, haben uns den North Head sowie das Rugbyspiel West-Australien gegen Auckland angeschaut und sind Abends über Takapuna wieder nach Auckland zurückgekommen. Eine interessante Eigenschaft von Rugby: Je härter das Spiel, desto entspannter die Fans. Außer ein paar harmlosen Sprüchen war die Atmosphäre sehr entspannt und die Fans der verschiedenen Teams sitzen im gleichen Block.
Am dritten Tag haben wir uns schließlich mit dem Robi getroffen, lecker BBQ gemacht und viel erzählt. Heute – am St. Patrick’s Day, dem höchsten irischen Feiertag, der auch schon am Wochenende unter anderem durch Paraden eingeleitet wurde – geht es dann auf unsere Tour. Auf dem Plan stehen Bay of Islands, Coromandel, Rotorua, Taupo, Wellington, Nelson und natürlich der Abel Tasman Park. Danach sind wir dann wieder ein paar Tage in Auckland, unter anderem alte Freunde wiedersehen. Viele von “damals” sind nicht mehr übrig, da die meisten Internationalen natürlich wieder zu Hause oder irgendwo anders in der Welt unterwegs sind. Man darf gespannt sein…























